Ratgeber für Studierende

Harvard-Zitierweise: so zitierst du mit Autor und Jahr

„Zitier bitte nach Harvard“ heißt an deutschen Hochschulen: Autor und Jahr in Klammern im Text, die vollständige Angabe im Literaturverzeichnis. Den Rest regelt fast jedes Institut ein bisschen anders.

Aktualisiert am · Redaktion von Plagiarism Checker Plus

Die kurze Antwort

Die Harvard-Zitierweise ist ein Autor-Jahr-System. Im Text steht direkt nach der Übernahme ein Kurzbeleg aus Nachname, Erscheinungsjahr und Seite, etwa (Brandt 2022, S. 87). Im Literaturverzeichnis am Ende steht zu jedem Kurzbeleg der Vollbeleg. Eine verbindliche Norm gibt es nicht: Ob du Komma oder Doppelpunkt setzt, „S.“ schreibst oder „vgl.“ verwendest, legt dein Institut fest. Wichtig ist, dass du eine Form wählst und in der ganzen Arbeit beibehältst.

Die Regeln auf dieser Seite stammen aus den Harvard-Leitfäden der FernUni Hagen und der TU Dortmund und aus dem Leitfaden „Richtig Zitieren“ der Uni Wien, gelesen am 17. Oktober 2026 und verlinkt. Hat dein Institut einen eigenen Leitfaden, gilt der. Die Beispiele mit Brandt, Yilmaz und Klein sind erfunden.

Warum es nicht die eine Harvard-Zitierweise gibt

Anders als APA oder MLA gehört „Harvard“ keiner Organisation. Der Name steht für das Prinzip, Quellen mit Autor und Jahr im Text zu belegen. Die FernUni Hagen schreibt in ihrem Lernangebot ZitFit: Zur Harvard-Zitationsweise gibt es kein offizielles Regelwerk. Fest sei nur das Autor-Jahr-System und dass eine gewählte Form einheitlich angewendet wird. Der Zitationsleitfaden der TU Dortmund sagt dasselbe mit anderen Worten: Es gibt grundsätzliche Regeln, aber keine verbindlichen Formvorgaben, und deshalb hat sich die Fakultät Raumplanung auf eine eigene Variante geeinigt.

Das erklärt, warum Ratgeber im Netz sich scheinbar widersprechen. Sie beschreiben meist eine Variante, ohne das dazuzusagen. Auch im englischsprachigen Raum gibt es verschiedene Fassungen, etwa die britische Variante Cite Them Right. Für deine Arbeit zählt nur der Leitfaden deines Instituts oder die Vorgabe deiner Betreuung.

Der Kurzbeleg im Text

Der Kurzbeleg besteht laut TU Dortmund aus Nachname, Erscheinungsjahr und Seitenzahl. Er ist für alle Arten von Quellen gleich aufgebaut, egal ob Buch, Artikel oder Webseite. Verbreitet sind diese Formen:

KurzbelegSo im Leitfaden von
(Brandt 2022, S. 87)TU Dortmund, FernUni Hagen
(Brandt 2022: 87)TU Dortmund
(Brandt 2022, 87)TU Dortmund
(Brandt, 2022, S. 87)Uni Wien

Im Satz sieht das so aus:

„Die Art der Nutzung ist entscheidender als das Licht“ (Brandt 2022, S. 87).

Nach Brandt (2022, S. 87) kommt es weniger auf das Licht an als auf die Art der Nutzung.

Nennst du die Person schon im Satz, stehen nur Jahr und Seite in der Klammer, direkt hinter dem Namen. Der Punkt am Satzende kommt nach der Klammer. Bei direkten Zitaten gelten die üblichen Regeln: Anführungszeichen, Auslassungen mit […], Ergänzungen in eckigen Klammern. Die stehen ausführlich im Ratgeber Richtig zitieren.

Mehrere Autoren, vgl., ebd. und Co.

Die folgenden Fälle stehen so in den Leitfäden der TU Dortmund und der FernUni Hagen. Wo sie sich unterscheiden, steht es dabei.

FallBeispielHinweis
Zwei Autoren(Brandt / Yilmaz 2022, S. 15) oder mit „&“, „und“ oder KommaDie TU Dortmund nennt alle vier Trennzeichen als üblich.
Drei und mehr Autoren(Brandt et al. 2022, S. 15)Im Literaturverzeichnis stehen alle Namen.
Indirektes Zitat(vgl. Brandt 2022, S. 87)Ob „vgl.“ nötig ist, ist umstritten. Siehe unten.
Dieselbe Quelle direkt danach(ebd., S. 89) oder (ebd.: 89)Nur, wenn kein anderer Beleg dazwischen steht.
Zwei aufeinanderfolgende Seiten(Brandt 2022, S. 87f.)Statt „ff.“ lieber die genaue Spanne: S. 87–93.
Gleiche Person, gleiches Jahr(Brandt 2022a, S. 4) und (Brandt 2022b, S. 10)Die Buchstaben stehen auch im Literaturverzeichnis.
Sekundärzitat(Klein 1987: 40, zit. n. Brandt 2022: 18)Nur, wenn das Original nicht zugänglich ist.
Ohne Verfasser oder Jahr(o. V. 2021) · (Beispielinstitut o. J.)Erst prüfen, ob die Quelle wirklich taugt.

Die Frage nach dem „vgl.“

Bei keinem Punkt gehen die Leitfäden so auseinander. Die FernUni Hagen kennzeichnet indirekte Zitate, also Paraphrasen, mit einem vorangestellten „vgl.“: (vgl. Hippel 2013, S. 139). Die TU Dortmund nennt die Frage „hoch umstritten“, weil es im Englischen keine Entsprechung gibt. Dort ist bei sinngemäßer Wiedergabe der normale Autor-Jahr-Beleg üblich, und „vgl.“ steht nur, wenn du fremde Ideen abgewandelt in deinen eigenen Zusammenhang stellst. Beide Wege sind korrekt, wenn du sie durchhältst. Wie eine gute Paraphrase aussieht, zeigt der Ratgeber Paraphrasieren.

Das Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis steht zu jedem Kurzbeleg der Vollbeleg, und zwar nur für Quellen, die du im Text auch belegst. Die TU Dortmund nennt die Grundsätze: alphabetisch nach Nachnamen, mehrere Werke einer Person chronologisch, keine Aufteilung nach Quellenart, eine einheitliche Form. Akademische Titel lässt du weg. Die folgenden Muster entsprechen dem Dortmunder Leitfaden, mit erfundenen Quellen:

Buch (Monografie)

Brandt, Lena (2022): Müde Generation. Schlaf im digitalen Alltag. 2. Auflage. Beispielverlag, Berlin.

Muster: Name, Vorname (Jahr): Titel. ggf. Auflage. Verlag, Ort.

Beitrag in einem Sammelband

Hofer, Martin (2023): Schlaf und Lernen. In: Brandt, Lena; Yilmaz, Deniz (Hrsg.): Handbuch Studierendengesundheit. Beispielverlag, Berlin. S. 45–61.

Im Kurzbeleg steht der Autor des Beitrags (Hofer 2023: 50), nicht die Herausgeber des Bandes.

Artikel in einer Fachzeitschrift

Yilmaz, Deniz; Brandt, Lena; Hofer, Martin (2024): Smartphone-Nutzung und Schlafbeginn bei Studierenden. Zeitschrift für Beispielpsychologie, 58(3). S. 112–125.

Muster: Name, Vorname (Jahr): Titel. Zeitschrift, Jahrgang(Heft). Seiten.

Internetquelle

Beispielinstitut für Hochschulforschung (2025): Wie Studierende schlafen. Verfügbar unter: https://www.beispielinstitut.de/schlafstudie [abgerufen am 17.10.2026].

Bei Webseiten gehören URL und Abrufdatum dazu, weil sich Seiten ändern können. Die URL steht nur im Literaturverzeichnis, nicht im Kurzbeleg.

Die FernUni Hagen zeigt dasselbe Prinzip mit kleinen Unterschieden: Vornamen abgekürzt und Autoren mit Schrägstrich getrennt, etwa „Bücker, N. / Seiverth, A. / Schreiner, P. (2019)“. Auch hier gilt: Welche Form du nimmst, ist zweitrangig, solange sie einheitlich ist und jeder Kurzbeleg eindeutig zu einem Eintrag passt.

Unser Harvard-Zitiergenerator (auf Englisch) erstellt Quellenangaben aus einer URL, DOI oder ISBN. Er folgt der britischen Variante Cite Them Right, mit englischen Formen und „et al.“ erst ab vier Autoren. Nutze ihn als Ausgangspunkt und passe Satzzeichen, „Hrsg.“ und „S.“ an den Leitfaden deines Instituts an.

Harvard und APA im Vergleich

Beide Stile setzen Autor und Jahr in den Text, deshalb werden sie oft verwechselt. Der wichtigste Unterschied: APA hat ein offizielles Handbuch, Harvard nicht. Die FernUni Hagen formuliert es so: Anders als bei den APA-Richtlinien gibt es keine offizielle Regelsammlung.

Harvard (deutsche Praxis)APA 7
RegelwerkKeins. Jede Hochschule hat ihren Leitfaden.Publication Manual der APA, 7. Auflage.
Kurzbeleg(Brandt 2022, S. 87), Varianten üblich(Brandt, 2022, S. 87), mit Komma nach dem Namen
„vgl.“ bei Paraphrasenoft ja, je nach Leitfadennein
„ebd.“erlaubtnicht verwendet
Literaturverzeichnismeist Nachname, Vorname (Jahr): Titel. Verlag, Ort.Nachname, V. (Jahr). Titel. Verlag.

Wenn dein Institut „APA“ verlangt, gelten die festen Regeln aus dem Ratgeber APA zitieren. Wenn es „Harvard“ verlangt, frag nach dem Leitfaden, denn fast jede Hochschule hat einen. Und egal welche Zitierweise: Ein Beleg fehlt schneller, als man denkt. Die Plagiatsprüfung zeigt dir vor der Abgabe Stellen, die mit einer Quelle übereinstimmen.

Häufige Fragen

Eine Zitierweise nach dem Autor-Jahr-Prinzip: Im Text steht ein Kurzbeleg aus Nachname, Erscheinungsjahr und Seite in Klammern, zum Beispiel (Brandt 2022, S. 87). Die vollständige Angabe steht im Literaturverzeichnis. Für Belege braucht sie keine Fußnoten.

Jede Quelle belegt?

Die Plagiatsprüfung zeigt jede Übereinstimmung mit ihrer Quelle. Die erste Prüfung ist kostenlos, bis 1.000 Wörter.