Ratgeber für Studierende

Richtig zitieren: direkte und indirekte Zitate, Quellenangaben

Wer richtig zitiert, kann so viel Literatur verwenden, wie die Arbeit braucht. Hier stehen die Regeln für direkte und indirekte Zitate, die Sonderfälle und der Aufbau einer Quellenangabe.

Aktualisiert am · Redaktion von Plagiarism Checker Plus

Die kurze Antwort

Richtig zitieren heißt: Jede Übernahme aus einer fremden Quelle wird gekennzeichnet und belegt. Wörtliche Übernahmen (direkte Zitate) stehen in Anführungszeichen und werden exakt wiedergegeben. Sinngemäße Übernahmen (indirekte Zitate) stehen ohne Anführungszeichen. Beide bekommen einen Beleg an der Stelle im Text, als Fußnote oder als Kurzbeleg wie (Brandt 2022, S. 87), und einen vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis.

Für Zitate gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine einheitliche Norm. Die Regeln auf dieser Seite stammen aus Leitfäden mehrerer Hochschulen und von apastyle.apa.org, gelesen am 17. Oktober 2026 und jeweils verlinkt. Wenn dein Institut einen eigenen Leitfaden hat, gilt der. Alle Namen und Zitate in den Beispielen sind erfunden.

Was du zitieren musst

Alles, was nicht dein eigener Gedanke ist. Der Leitfaden „Richtig Zitieren“ der Uni Wien nennt Statistiken, Forschungsergebnisse, Meinungen und Kommentare von Wissenschaftlerinnen und Autoren, kurz alles, was schon einmal jemand gesagt oder geschrieben hat. Nicht zitieren musst du deine eigenen Gedanken und Allgemeinwissen. Die Uni Marburg nennt als Beispiele für solche überall nachprüfbaren Tatsachen die Dauer des Siebenjährigen Krieges oder Aussprüche wie „in dubio pro reo“, und rät: im Zweifel lieber mehr belegen als zu wenig.

Das direkte Zitat

Ein direktes oder wörtliches Zitat übernimmt den Text der Quelle Wort für Wort. Es lohnt sich nur, wenn es auf genau diese Formulierung ankommt: eine Definition, eine zugespitzte These, die du kommentierst, eine Aussage, die du analysierst. Für alles andere ist die Paraphrase besser. Die Grundregeln:

  • Anführungszeichen: Im Deutschen „so“, unten und oben. Direkt danach folgt die Fußnotenziffer oder der Kurzbeleg.
  • Exakt übernehmen: Rechtschreibung, Zeichensetzung und Hervorhebungen bleiben, wie sie im Original stehen, auch Fehler. Jede Änderung wird markiert.
  • Seitenzahl angeben: Bei direkten Zitaten immer, in jeder Zitierweise. APA verlangt die Seite oder eine andere Stellenangabe ausdrücklich im selben Satz wie das Zitat.
  • In den eigenen Satz einbauen: Das Zitat muss grammatisch in deinen Satz passen. Die Uni Marburg zeigt das so:

Freytag und Piereth bezeichnen Zitate als „wörtliche Übernahmen aus Quellen und Literatur“.⁵

Beispiel aus der Handreichung der Uni Marburg, mit der Fußnote „5 Freytag/Piereth: Kursbuch, S. 122.“

Längere Zitate als Block

Ein längeres Zitat kannst du als eigenen, eingerückten Absatz absetzen. In APA ist das ab 40 Wörtern Pflicht: ohne Anführungszeichen, als Block eingerückt, mit dem Beleg nach dem letzten Satzzeichen, so beschreibt es die APA-Seite zu Zitaten. Die TU Dortmund lässt bei Harvard die Wahl, ob du einrückst oder durch einen Absatz absetzt, oft mit kleinerer Schrift. Die Uni Marburg nennt den Nachteil: Blockzitate zerreißen den Satzspiegel. Setze sie deshalb nur ein, wenn du den ganzen Wortlaut wirklich brauchst.

Sonderfälle im direkten Zitat

Die folgenden Konventionen stehen so im Leitfaden „Richtig Zitieren“ der Uni Wien (nach einer Handreichung der Uni Bielefeld), in der Marburger Handreichung und im Zitationsleitfaden der TU Dortmund.

FallRegelBeispiel
AuslassungDrei Punkte in eckigen Klammern.„Es kommt nicht darauf an, wie oft ein Buch zitiert wird […]; es kommt darauf an, wie oft es gelesen wird.“
Ergänzung oder ErklärungEigene Wörter in eckigen Klammern.„Sie [die befragten Lehrkräfte] sahen darin kein Problem.“
Grammatische AnpassungGeänderte Buchstaben oder Endungen in eckigen Klammern.Sie betont, „[d]ie Methode [sei] nicht neu“.
Fehler im OriginalUnverändert übernehmen und mit [sic] oder [sic!] markieren.„Die Ergebnise [sic] sind eindeutig.“
Zitat im ZitatDie inneren Anführungszeichen werden einfach: ‚…‘.„Schon Weber sprach vom ‚stahlharten Gehäuse‘ der Moderne.“
Eigene HervorhebungKursiv oder fett setzen und im Beleg vermerken.(Brandt, 2022, S. 87, Hervorh. d. Verf.)
Fremdsprachiges ZitatEnglisch meist im Original, sonst übersetzen und kennzeichnen.(Garcia 2019: 12, Übers. d. Verf.)
SekundärzitatNur wenn das Original nicht greifbar ist, mit „zit. n.“ oder „zitiert nach“.(Klein 1987: 40, zit. n. Brandt 2022: 18)

Zwei Abweichungen solltest du kennen. Die TU Dortmund markiert ausgelassene einzelne Wörter mit [..] und Satzteile mit […]. In APA werden Auslassungen dagegen mit drei Punkten mit Leerzeichen dazwischen (. . .) markiert, ganze Sätze mit vier, so steht es im APA-Leitfaden der Uni Graz. Halte dich an die Form, die deine Zitierweise vorgibt, und bleib dabei.

Das indirekte Zitat

Ein indirektes Zitat gibt einen fremden Gedanken sinngemäß in deinen eigenen Worten wieder. Es steht ohne Anführungszeichen, braucht aber genauso einen Beleg, sonst ist es ein Plagiat. In wissenschaftlichen Arbeiten ist es der Normalfall.

Nach Brandt hängt der spätere Schlafbeginn weniger am Bildschirmlicht als an der Art der Nutzung.¹

¹ Vgl. Brandt: Müde Generation, S. 87.

In der deutschen Zitierweise beginnt die Fußnote eines indirekten Zitats mit „Vgl.“ (vergleiche), bei einem wörtlichen Zitat steht es nicht, so die Uni Marburg. Bei Harvard steht „vgl.“ oft im Kurzbeleg. APA verwendet es gar nicht. Der Zitationsleitfaden der TU Dortmund nennt die Frage, ob indirekte Zitate in deutschsprachigen Arbeiten mit „vgl.“ gekennzeichnet werden sollen, „hoch umstritten“, weil es dazu kein englischsprachiges Pendant gibt. Wie du einen Gedanken sauber umformulierst, zeigt der Ratgeber Paraphrasieren an einem Beispiel.

Derselbe Beleg in drei Zitierweisen

Im deutschsprachigen Raum begegnen dir vor allem drei Zitierweisen. Welche du verwendest, gibt dein Fach vor. Der Leitfaden der Uni Wien fasst es zusammen: Entscheide dich für eine und bleib dabei.

ZitierweiseDirektes ZitatIndirektes Zitat
Deutsche Zitierweise (Fußnoten)Fußnote: Lena Brandt: Müde Generation. Schlaf im digitalen Alltag, Berlin 2022, S. 87.Fußnote: Vgl. Brandt: Müde Generation, S. 87.
Harvard„…“ (Brandt 2022, S. 87)… (vgl. Brandt 2022, S. 87)
APA 7„…“ (Brandt, 2022, S. 87)… (Brandt, 2022) oder mit Seite

Deutsche Zitierweise mit Fußnoten

Im Text steht eine hochgestellte Ziffer, der Beleg steht unten auf der Seite. Die Marburger Handreichung (nach der Uni Regensburg) beschreibt die übliche Form: Bei der ersten Nennung steht die volle Angabe, ab der zweiten ein Kurzbeleg aus Nachname und einem Substantiv aus dem Titel, etwa „Kraushaar: Protest, S. 39“. Folgt dieselbe Quelle in der nächsten Fußnote, genügt „Ebd., S. 36“. Für zwei Seiten steht „f.“ (S. 29f.), für längere Passagen empfiehlt sie die genaue Spanne statt „ff.“.

Harvard

Der Kurzbeleg steht in Klammern im Text, aus Autor, Jahr und Seite. Ein offizielles Regelwerk gibt es nicht, deshalb unterscheiden sich Komma, Doppelpunkt und „S.“ zwischen den Hochschulen. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber zur Harvard-Zitierweise.

APA

Ebenfalls Autor und Jahr in Klammern, aber mit Komma nach dem Namen, „&“ zwischen zwei Namen in der Klammer und ohne „vgl.“ und „ebd.“. Der Leitfaden der Uni Graz betont, dass „ebd.“ in APA nicht verwendet wird und ein wiederholter Beleg vollständig angegeben wird. Alles Weitere steht in APA zitieren.

Die Quellenangabe im Literaturverzeichnis

Der Beleg im Text verweist nur kurz auf die Quelle. Die vollständige Quellenangabe steht im Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit. Dafür gelten in allen Zitierweisen dieselben Grundsätze, die etwa die TU Dortmund nennt:

  • Jede Quelle, die du im Text belegst, steht im Verzeichnis, und nur diese.
  • Das Verzeichnis ist alphabetisch nach dem Nachnamen geordnet, mehrere Werke derselben Person chronologisch.
  • Eine Trennung nach Quellenart, etwa Bücher und Internetquellen, ist nicht nötig.
  • Eine einmal gewählte Form behältst du in der ganzen Arbeit bei.

So sieht dasselbe Buch in den drei Zitierweisen aus (erfundenes Beispiel):

Brandt, Lena: Müde Generation. Schlaf im digitalen Alltag, Berlin 2022.

Deutsche Zitierweise, eine übliche Form

Brandt, Lena (2022): Müde Generation. Schlaf im digitalen Alltag. Beispielverlag, Berlin.

Harvard, nach dem Muster der TU Dortmund

Brandt, L. (2022). Müde Generation: Schlaf im digitalen Alltag. Beispielverlag.

APA 7: ohne Verlagsort, Titel kursiv

Für Zeitschriftenartikel, Sammelbände und Webseiten findest du Muster in den Ratgebern zu APA und Harvard. Wenn du viele Quellen hast, spart ein Zitiergenerator (auf Englisch) Zeit: Er erstellt Quellenangaben aus einer URL, DOI oder ISBN in APA, Harvard und weiteren Stilen. Die Oberfläche ist auf Englisch, und die deutschen Abkürzungen wie „Hrsg.“ oder „S.“ solltest du danach prüfen. Ob jede verwendete Stelle einen Beleg hat, zeigt dir vor der Abgabe die Plagiatsprüfung.

Häufige Fragen

Ein direktes Zitat übernimmt den Wortlaut exakt und steht in Anführungszeichen. Ein indirektes Zitat gibt den Gedanken sinngemäß in eigenen Worten wieder und steht ohne Anführungszeichen. Beide brauchen einen Beleg. In der deutschen Zitierweise beginnt der Beleg eines indirekten Zitats oft mit „vgl.“.

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