Die Plagiatsprüfung ist kein zusätzlicher Test, sondern ein Abgleich deiner Arbeit mit Webseiten, Veröffentlichungen und oft auch früheren Arbeiten. Wer vor der Abgabe eine eigene Plagiatsprüfung macht, findet vergessene Zitate und zu nah formulierte Paraphrasen rechtzeitig.
Wie die Prüfung abläuft
Eine bundesweite Regel gibt es nicht; jede Hochschule und oft jede Fakultät entscheidet selbst. Typische Varianten:
- Alle Arbeiten werden geprüft: An der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Münster werden laut Formular des Prüfungsamts (Version vom 23.01.2026) alle Bachelor- und Masterarbeiten mit Software auf Plagiate geprüft und dafür dauerhaft in einer Datenbank gespeichert.
- Prüfung über die Lehrenden: An der TU Graz schalten Lehrende den Turnitin-Abgleich für eine Abgabe im TeachCenter selbst ein, das gilt auch für Bachelorarbeiten. Master- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen prüfen dort eigene Plagiatsbeauftragte.
- Speicherung nur mit Einwilligung: An der Uni Trier wird eine Arbeit nur dann dauerhaft in der Datenbank von iThenticate gespeichert, um sie mit späteren Arbeiten abzugleichen, wenn du einwilligst. Die Einwilligung ist freiwillig.
Was für dich gilt, steht in der Prüfungsordnung oder im Merkblatt deiner Fakultät. Häufig musst du außerdem eine eidesstattliche Erklärung unterschreiben.
Bachelorarbeit vor der Abgabe prüfen
Welche Software Hochschulen nutzen
Im deutschsprachigen Raum ist Turnitin weit verbreitet; daneben nutzen Hochschulen auch andere Anbieter. Hochschul-Software hat oft Zugriff auf Datenbanken mit eingereichten Arbeiten und Fachverlagen, die frei zugängliche Werkzeuge nicht durchsuchen können. Ein Ergebnis von 0 % in einem Online-Tool garantiert deshalb nicht dasselbe Ergebnis an der Hochschule.
Was der Prozentwert bedeutet
Der Wert zeigt, wie viel Text Übereinstimmungen mit anderen Quellen hat, nicht wie viel plagiiert wurde.
| Treffer | Problem? |
|---|---|
| Direktes Zitat mit Anführungszeichen und Beleg | nein |
| Literaturverzeichnis, Fachbegriffe, Standardformulierungen | in der Regel nein |
| Paraphrase nah am Original, mit Quelle | Grenzfall, umformulieren |
| Übernommener Text ohne Quelle | ja |
Einen allgemein gültigen „erlaubten“ Prozentwert gibt es nicht. Entscheidend ist, ob jede Übereinstimmung korrekt gekennzeichnet ist (siehe richtig zitieren).
Und KI?
Viele Hochschulen haben inzwischen Regeln zum KI-Einsatz, und einige Prüfsysteme bieten zusätzlich eine KI-Erkennung an. Deren Ergebnis ist eine Wahrscheinlichkeit, kein Beweis: In einer Studie (Weber-Wulff et al., 2023) kam keines von 14 getesteten Werkzeugen über 80 % Genauigkeit. Wenn du KI genutzt hast, halte dich an die Vorgaben deiner Hochschule und kennzeichne den Einsatz. Mit unserem KI-Detektor siehst du vorab, welche Sätze auffallen. Mehr dazu im Ratgeber KI-Texte erkennen.
Die Arbeit selbst prüfen: Checkliste
- Prüfe die finale Fassung, bei langen Arbeiten kapitelweise.
- Öffne jede markierte Stelle und vergleiche sie mit der Quelle.
- Ergänze fehlende Anführungszeichen und Belege.
- Formuliere zu nahe Paraphrasen neu und belege sie trotzdem.
- Gleiche Literaturverzeichnis und Fußnoten ab.
- Bewahre Entwürfe und Notizen auf; sie zeigen deinen Arbeitsprozess.
Quellen
- Uni Münster, Prüfungsamt der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät: Einverständniserklärung zur Plagiatsprüfung (Version 23.01.2026)
- TU Graz: TeachCenter #02 Similarity Check, Plagiatsprüfung im TU Graz TeachCenter
- Universität Trier: Einverständniserklärung zur Überprüfung mit iThenticate (2023)
- Weber-Wulff, D. et al. (2023). Testing of Detection Tools for AI-Generated Text. arXiv:2306.15666